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Zigarettenindustrie weist Vorwürfe zurückKonzerne mischen Tabak nach eigenen Angaben keine suchterregenden Stoffe beiBonn (ap) Die deutschen Tabakkonzerne haben den Vorwurf als falsch zurückgewiesen, sie mengten ihren Produkten suchterregende oder suchtverstärkende Stoffe bei. Solche Substanzen würden nicht im Produktionsprozess zugesetzt, erklärte der Verband der Cigarettenindustrie am Montag in Bonn. Was beigefügt werden dürfe, sei seit Jahrzehnten minuziös in der deutschen Tabakverordnung und dem deutschen Lebensmittelgesetz festgelegt, das eines der schärfsten Gesetze seiner Art in der Welt sei. In einem bundesweit einmaligen Prozess will ein Trierer Arbeiter den Tabakkonzern Reynolds zwingen, interne Informationen über die Verwendung suchterregender Stoffe herauszugeben. Der ehemalige Reynolds-Beschäftigte wirft dem Unternehmen vor, vorsätzlich eine Berufskrankheit herbeigeführt zu haben, und verlangt deshalb Schmerzensgeld und Schadenersatz, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Wochenende berichtet hatte. Das Verfahren soll am kommenden Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Trier beginnen. Reynolds betonte in einer am Montag in Köln veröffentlichten Stellungnahme, in keinem einzigen Fall habe seit der Gründung des Werkes in Trier die Berufsgenossenschaft einen Verstoß gegen Gesundheits- und Arbeitsschutzbestimmungen festgestellt. Unternehmenssprecher Ralf Leinweber erklärte, der Vorwurf, Reynolds mische «bewusst Zusatzstoffe bei, um ihre Kunden abhängig zu machen», sei unwahr. Die Herstellung erfolge «ausschließlich und im Einklang mit den in Deutschland geltenden rechtlichen Bestimmungen». Die Verwendung von «einigen Zusatzstoffen» erfolge «allein deshalb, um trotz naturbedingt leicht schwankender Rohstoffqualität ein gleich bleibend hohes Qualitäts- und Geschmacksniveau sicher zu stellen», versicherte der Tabakkonzern. Sämtliche verwendeten Zusatzstoffe seien gesetzlich zugelassen. Ihre Verwendung unterliege ständiger behördlicher Kontrolle. ap, 17.01.2000 |
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